| Weiterführende Informationen zum Thema: KRANKENVERSICHERUNGSKOSTEN
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Selbstbehalte bei den Krankenversicherungskosten
Die Reformpläne für das Gesundheitswesen könnten zu Beitragsausfällen
in Milliardenhöhe führen. Wirtschaft und Wissenschaftler befürchten,
dass die Einführung von Selbstbehalten und Wahltarifen für die Versicherten
Mindereinnahmen bis zu fünf Milliarden Euro bringen könne. Ungerecht
wäre ein Eigenanteil an den Krankenversicherungskosten zudem, weil er vor
allem gut Verdienenden Vorteile bringe.
Bislang gibt es Wahltarife und Selbstbeteiligungen nur in der privaten Krankenversicherung. Es wird jedoch geplant, auch Versicherten der gesetzlichen Kassen Wahlmöglichkeiten anzubieten. Die Idee: Mehr Eigenbeteiligung soll zu mehr Bewusstsein in Bezug auf Krankenversicherungskosten und niedrigeren Ausgaben führen. Es sollen neben der Normalversorgung abgespeckte Tarife angeboten werden, bei denen die Versicherten „Leistungen abwählen oder einen Selbstbehalt übernehmen“ können.Es wurde zudem vorgeschlagen, Versicherten zwei Monatsbeiträge zurückzuerstatten, wenn sie ein Jahr lang keine Leistungen beanspruchen.
Doch fraglich ist, ob Selbstbehalte tatsächlich die Krankenversicherungskosten
senken. Eine Studie des Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA) Bonn kommt zu
dem Schluss, dass die Patienten durch Selbstbehalte kaum sparsamer mit Gesundheitsleistungen
umgehen. Dies zeige das Beispiel Schweiz, wo es seit 1996 Selbstbehalte zwischen
230 und 1500 Franken gibt. In der Schweiz sind die Versicherten trotz Eigenbeteiligung
nicht seltener zum Arzt gegangen. Stattdessen hätten gesündere Versicherte
die Eigenbeteiligung dazu genutzt, ihre Krankenversicherungskosten zu senken.
Grund: Weil sie gesünder sind, gehen sie ohnehin seltener zum Arzt und
zahlen nun weniger für die gleiche Leistung.
Für Deutschland seien Selbstbehalte daher ungeeignet. Sie fördern
die Umverteilung der Krankenversicherungskosten und sind ungerecht. Gesunde
würden dank der Eigenbeteiligung weniger zahlen, Kranke mehr.
Presse
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